tRAININGSWEEKEND IN mORSCHACH 2002

Morschach zum Zweiten: Die Luxusvariante

von Judith Ehinger

 

Eigentlich hatte es letztes Jahr ja allen gut gefallen im Swiss Holiday Park in Morschach; bloss die Gefängniszellen - pardon, die "hübsch eingerichteten" J+S-Unterkünfte - waren nicht jedermanns bzw. jederfraus Geschmack. Wir entschieden uns daher in diesem Jahr für richtige, vornehme Hotelzimmer. Das freundliche Personal der Reservationsabteilung liess es sich nicht nehmen, uns dafür dreimal eine Offerte zu schicken, obwohl wir schon zum ersten Angebot Ja und Amen gesagt hatten - aber Judith telefoniert ja gerne mit Morschach.

 

Offenbar hatte es sich herumgesprochen, wie gut Brunos Training ist, denn die Teilnehmerzahl hatte sich deutlich erhöht, und Sandra kam sogar extra (wenn auch ziemlich verschlafen und ein bitzli verspätet) aus dem Bündnerland angereist, um unter Brunos Adlerauge (und Videokamera) über den Court zu hetzen. Bruno zeigte sich wie schon in den letzten beiden Jahren von seiner gnadenlosesten Seite: Die Clears konnten gar nicht weit genug sein (aber bitte nach jedem Schlag zurück in die Mitte), die Lobs müssen bis hinten an die Linie (aber bitte nach jedem Schlag zurück in die Mitte), die Drops sollen knapp übers Netz, nicht bis über die Aufschlaglinie (aber bitte nach jedem Schlag zurück in die Mitte) ... Und so weiter.

 

Als wir nach dem Nachmittagstraining erschöpft zu unseren Zimmern krochen, um die Badehose zu schnappen und in die Erlebnisbäder abzutauchen, machten wir dann mit den Tücken unserer schicken Hotelzimmer Bekanntschaft: Bei den einen funktionierten die Schlüsselkarten nicht, bei den andern fehlten die Bademäntel, und beide Mängel liessen sich erst beheben, nachdem man drei- oder viermal bei der Rezeption vorgesprochen hatte, d.h. drei- oder viermal die Treppen vom Zimmer zur Rezeption hinunter und danach wieder hinaufgeächzt war. Schliesslich tummelten sich aber alle in den Sprudelbädern, und das anschliessende Nachtessen im asiatischen Restaurant war auch sehr edel. Wer danach beim Bowling abräumte, ist der Berichterstatterin leider nicht bekannt (weil sie nach zwei Runden schlapp machte und sich in die Federn verzog).

 

Bei der dritten Ausgabe des Abschlussturniers am Sonntagnachmittag aber war es Werner, der den Champagner garnierte und traditionsgemäss mit den durstigen Verliererinnen und Verlierern teilte. Ob wir auch nächstes Jahr bei den Unterkünften wieder die Luxusvariante wählen, ist noch unklar, denn neben den genannten Tücken und der Belastung (bzw. Erleichterung) des Portemonnaies weist sie noch einen weiteren gravierenden Nachteil auf: Peter hat sich nämlich beschwert, dass Heinz seinen berühmten waghalsigen Kajütenbettsprung nicht mehr vordemonstrieren konnte.

 

Der ganz grosse Erfolg des diesjährigen Trainingsweekends zeigte sich übrigens erst ein paar Tage später im Montagstraining, als Jeanette plötzlich wieder in der Halle stand, die jahrelang kein Badminton mehr gespielt hatte: Sie war zum Wandern mit nach Morschach gekommen, hatte aber immer wieder mal sehnsüchtig in die Halle gekuckt, und da hat es sie eben wieder gepackt. So schnell kann's gehen ...